SPIEL 2026 in Essen: Messe-Vorschau 2026

Noch größer – noch mehr Programm – noch mehr Spiele?

Bald geht es wieder los: Vom 22. bis 25. Oktober 2026 findet in Essen wieder die weltweit größte Publikumsmesse für Brettspiele statt. An den vier Messetagen werden ca. 240.000 Besucher erwartet.

Logo der Messe Spiel 2026
Bildquelle: 2026 Spiel Essen bzw. Merz Verlag GmbH & Co. KG

Was ist neu auf der SPIEL 2026?

Zum ersten Mal werden für die SPIEL 2026 alle acht Hallen des Messegeländes genutzt werden. Damit entfällt zwar der überdachte Wartebereich vor dem Einlass, aber dafür wurde ein zusätzlicher Eingang „Nord“ geschaffen. Hoffentlich spielt das Wetter Ende Oktober mit, damit die üblichen Warteschlangen vor den Eingängen nicht buchstäblich im Regen stehen müssen …

Neu ist aber auch, dass es in diesem Jahr keine Tageskassen mehr gibt. Tickets gibt es nur noch online. Es gibt auch, wie schon im letzten Jahr, keine Dauerkarten mehr, sondern nur noch Tagestickets. Dies soll die Planungssicherheit für den Veranstalter, aber auch für die Besucher erhöhen.

Highlights der Messe

Ein Highlight ist das Partnerprogramm mit der Stadt Essen. Unter dem Motto „Essen spielt!“ gibt es in diesem Jahr jeden Messeabend Spieleabende an besonderen Locations, wie z.B. im Rathaus Essen auf der 22. Etage, im Red Dot Design Museum oder auf einem Schiff der Weißen Flotte auf dem Essener Baldeneysee.

Für Künstler der Brettspielszene wird der Golden Demon (Figuren-Bemalwettbewerb) erneut durchgeführt. Da besonders die Sammelkartenspiele zu boomen scheinen, wird dieser Themenbereich deutlich ausgebaut und bekommt sogar seine eigene Preisverleihung.

Die Hallenpläne lassen zudem vermuten, dass die großen Verlage immer größere Stände auf der Messe buchen. Man kann nur hoffen, dass auch noch genug kleinere Verlage es sich leisten können, mit einem Stand auf der Messe vertreten zu sein. Zu meinem großen Bedauern musste ich z.B. gerade erst erfahren, dass nach fast 30 Jahren die Spielezeitschrift „Spielerei“ zum ersten Mal nicht mehr mit einem Stand auf der Messe sein wird. Ich werde den Stand in Halle 3 vermissen.

Der Deutsche Spielepreis (DSP)

Beim Deutschen Spielepreis (DSP) handelt es sich um den großen Publikumspreis der SPIEL Essen, bei dem die Community selbst ihre Lieblingsspiele des Jahrgangs kürt – im Unterschied zur Jury-Auszeichnung „Spiel des Jahres“.

Logo des Deutschen Spielepreis (DSP) 2026
Bildquelle: 2026 Spiel Essen bzw. Merz Verlag GmbH & Co. KG

Die Abstimmung ist bereits gelaufen, zugelassen waren alle Brett- und Kartenspiele, die von Mai 2025 bis April 2026 auf deutsch erschienen sind.

Anfang September 2026 werden die Top 10 veröffentlicht. Die genaue Verteilung der Plätze 1 bis 3 bleibt dabei bis zur Siegerehrung auf der SPIEL-Pressekonferenz (am 21.10.2026) geheim.

Neuheiten 2026

Wirklich zu empfehlen ist die App zur Messe. Sie wird ebenfalls Anfang September verfügbar sein und ist ein unverzichtbares Hilfsmittel für den Messebesuch. Sie bietet die Möglichkeit, alle Neuheiten gut zu verwalten, zu sortieren, Infos zu finden und dann auf den Messeplänen auch gleich anzuzeigen, wo der passende Messestand ist.

Auch in diesem Jahr gibt es die Liste „SPIEL Essen 2026 Preview“ auf BoardGameGeek. Hier findet man eine Übersicht über die Spieleneuheiten, die auf der SPIEL Essen 2026 vorgestellt werden.

Aber Obacht: Diese Liste wird von Verlagen im Self-Service gepflegt und umfasst aktuell schon über 1000 Neuheiten (Ende August), wobei nicht alles echte Neuheiten sind. Leider haben sich auch ältere Titel in die Liste verirrt, dazu Neuauflagen, unterschiedliche Sprachversionen der Spiele, Spiele, die erst 2027 erscheinen oder Spiele, die evtl. nur als Demo zu sehen sind.

Spiele (nur) für Ingenieure?

Wie findet man also in diesen unzähligen Neuheiten überhaupt noch die Spiele, die man sich unbedingt ansehen sollte? Die folgenden Spiele (alphabetisch sortiert) haben mich neugierig gemacht, entweder weil sie ein technisches oder wissenschaftliches Thema haben, mich der Mechanismus angesprochen hat oder sie einfach gut zum Thema „Spiele für Ingenieure“ zu passen scheinen:

12 Rivers

(Autor: Romain Caterdjian, Verlag: Publisher Good Games Publishing bzw. Pegasus Spiele)

Spieleschachtel des Brettspiels 12 Rivers
Bildquelle: Pegasus Spiele Verlags- und Medienvertriebsgesellschaft mbH

Das Spiel sieht aus wie eine Mischung aus Murmelbahn und dem Spiel „Wasserkraft“. Dargestellt sind 12 Quellflüsse, von denen farbige Murmeln (=Flusswasser) mit der Strömung die Flüsse herunterrollen und damit den unten gelegenen Dörfern Ressourcen bescheren.

Um schon früh bestimmte Kugeln abfangen zu können, können wir kleine Staudämme möglichst geschickt direkt in die 3D-Kugelbahnen einbauen. In den 5 Spielrunden zahlen wir unterschiedliche Ressourcen, um unsere Dämme zu platzieren. Weiter oben im Flußlauf ist es teurer, als flussabwärts seinen Damm zu bauen. Durch die kaskadenartige Zusammenführung der Flüsse hin zum finalen Strom bzw. See kann es aber auch zum überraschenden Tausch der Kugelreihenfolge kommen.

Ein Spiel mit hohem Aufforderungscharakter. Mal sehen, wie es mit dem Spielspaß auf Dauer ausschaut …

BIOlink: Gut vernetzt ist halb gefressen

(Autoren: Daniel Hitzing, Erik Robert, Verlag: Didact Games)

Spieleschachtel des Brettspiels BIOlink
Bildquelle: Didact Games GbR

Uih, ein Spiel von Didact Games, macht neugierig, hört sich aber für mich auch gleich schon nach „pädagogischem Zeigefinger“ an. Auch die Beschreibung „Lernspiel rund um Nahrungsketten“ lässt als Hauptzielgruppe den Einsatz in der Schule vermuten. Aber das Thema findet ich schon sehr spannend: Wie hängen Pflanzen und Tiere in unserem Ökosystem zusammen?

Wir legen im Spiel (kooperativ oder kompetitiv) Tiere und Pflanzen vor uns aus, entdecken dabei ihre Nahrungsbeziehungen und verbinden sie so nach und nach zu einem Netz. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann enthält das Spiel zwei unterschiedliche Ökosysteme: den Waldrand und die Savanne.

Auf diese Weise sollen die ökologischen Zusammenhänge auf spielerische Weise sichtbar gemacht werden. Für die jüngeren Spielenden ist der Waldrand mit seinen bekannten Arten für den einfachen Einstieg gedacht. Für fortgeschrittene Spielrunden stehen weiterführende Aufgaben bereit, um das entstandene Nahrungsnetz auch auf komplexere ökologische Zusammenhänge oder Veränderungen hin zu testen.

Auch die Optik hat etwas von Biologie-Buch, aber sieht für mich durchaus ansprechend aus. Ich bin hier echt gespannt, was BIOlink spielerisch so kann. Taugt es was, dann fände ich es spannend, herauszufinden, ob sich das Spielprinzip auch auf das Thema „Technische Zusammenhänge“ übertragen lässt. Verschiedene Wirkprinzipien, Mechanismen und Kommunikationssyteme, die als komplexe Maschinen vernetzt zusammenwirken… Das wäre mal ein Spiel für Ingenieure!

Cat and the Tower

(Autor: Masakazu Takizawa, Verlag: ArsEdition)

Spieleschachtel des Brettspiels Cat and the tower
Bildquelle: arsEdition GmbH

Turmbau ist fester Bestandteil meiner Forscherkurse. Umso mehr machen mich Spiele neugierig, die sich dem Turmbau spielerisch annehmen. Hier soll einem Kater auf seinem Weg zur Turmspitze geholfen werden. So viel zur Hintergrundgeschichte. Kern des Spiels ist es aber, den Turm aus ungleich hohen Mauern zu errichten (Pappkarten) und dabei auch noch Geschicklichkeitsaufgaben zu lösen. Im Prinzip so eine Art aufgepimptes „Rhino Hero“, welches ich auch sehr gern in der Grundschule einsetze.

In jedem Zug wählt man entweder eine der verfügbaren Mauerkarten aus, um den Turm zu erweiteren, oder muss seine ruhige Hand beweisen, indem die Katzenfreunde des Katers positioniert werden.

Der Reiz des kooperativen Spiels entsteht durch den immer höher und gleichzeitig immer fragiler werdenden Turm, der jederzeit einzustürzen droht. Sieht klasse aus und erzeugt vermutlich auch viel Spielspaß.

Drillers

(Autoren: Adam Španěl, Říman, HeidelBÄR Games GmbH bzw. Czech Games Edition)

Spieleschachtel des Brettspiels Drillers
Bildquelle: HeidelBÄR Games GmbH

Mit futuristischen Roboterfahrzeugen (Mechs) eine verlassene Mine erkunden und dabei versuchen, wertvolle Rohstoffe, aber auch zurückgelassene Gegenstände der ehemaligen Bergbaugesellschaft einzusammeln, das holt mich thematisch schon sehr ab.

Das Ganze wird über ein geschickt zusammengestelltes Kartendeck gesteuert, wobei die Karten vielseitig einsetzbar sind und jedes Level der Mine neue Möglichkeiten und neue Herausforderungen mit sich bringt. Klar, dass man dabei auch seinen Treibstoffvorrat im Auge behalten muss und nicht den richtigen Zeitpunkt verpassen darf, sich wieder Richtung Oberfläche auf den Weg zu machen.

Thematisch holt mich das Spiel schon sehr ab, die Optik auch (hat deutliche „Arnak“-Vibes), und der Mechanismus erinnert stark an das von mir sehr geschätzte „Klong!“. Dieses Spiel habe ich bereits vorbestellt ;-) .

Kalypso

(Autor: Designer Gilles Turbide, Verlag: Inside Up Games bzw. Pegasus Spiele)

Spieleschachtel des Brettspiels Kalypso
Bildquelle: Pegasus Spiele Verlags- und Medienvertriebsgesellschaft mbH

Waterworld – das Spiel? Ok, der Film ist schon gut 30 Jahre alt, aber wie hier im Spiel wurde auch damals die Welt von Wassermassen verschlungen. Nur wenige Menschen konnten sich retten, die jetzt versuchen, sich den Lebensbedingungen anzupassen und sich auf dem Meer eine neue Zukunft aufzubauen.

In diesem Legespiel versuchen wir, möglichst große Siedlungen aus Treibgut (auf mehreren Ebenen) zu bauen, wir können Überlebende aufnehmen und müssen den Wetterbedingungen trotzen. Klingt alles schon ziemlich spannend und kann wohl auch in verschiedenen Schwierigkeitsgraden sowie kooperativ, kompetitiv als auch solo gespielt werden.

Mal sehen, ob das ausgewählte Thema und die Mechaniken daraus ein spannendes Spiel machen. Auf der Messe letztes Jahr war schon ein Demo-Exemplar zu sehen. Damals hatten mich aber die „fimschigen“ Plättchen abgeschreckt. Jetzt bin ich auf die finale Version gespannt, zumal vom Verlag eine sog. „HoldFast-Technologie“ angekündigt wird, die dafür sorgen soll, dass Spielpläne und Plättchen rutschsicher stets an Ort und Stelle bleiben.

Mischwald – Smoky Mountains

(Autor: Kosch, Verlag: Lookout)

Bild der Spieleschachtel Mischwald Smoky Mountains
Bildquelle: Lookout GmbH

Und noch eine neue Version des Erfolgsspiels „Mischwald“. Die letzte Variante „Dartmoor“ habe ich ausgelassen, aber nun spricht mich doch die wunderschöne herbstliche Gestaltung der Smoky Mountains an.

Als eigenständiges Spiel führt diese Variante also in den beliebten nordamerikanischen Nationalpark. Ich hoffe, dass mich, aufbauend auf dem beliebten Spielprinzip, spannende neue Tier- und Pflanzenarten sowie neue Kniffe in der Spielmechanik erwarten. Neu ist auf jeden Fall, dass es sich nun auch viel um Gewässer dreht. Neben den Tieren und Pflanzen rund um das Wasser kommen auch neue Großtiere ins Spiel.

Wahrscheinlich nicht notwendig, noch eine Variante von Mischwald zu besitzen, aber hier werde ich allein schon durch das gewählte Thema und die grandiose grafische Umsetzung schwach.

MolΣcools

(Autor: Michiel de Wit, Verlag: HABA)

Spieleschachtel von Molecools
Bildquelle: HABA/Habermaass GmbH & Co. KG

HABA sortiert man vielleicht direkt unter „Kinderspiel“ ein, aber der Verlag ist schon seit einiger Zeit dabei, auch Spiele für deutliche ältere Zielgruppen auf den Markt zu bringen.

Thematisch, als passendes Spiel für (angehende) Ingenieure, geht es um die winzigen Teilchen, aus denen alles im Universum besteht, hier genannt „MolΣcools“. In diesem Kartenspiel kombinieren wir die Elemente Luft, Wasser, Feuer, Erde, Elektrizität und Metall, um entsprechende Reaktionen auszulösen. Dazu manipulieren wir die nummerierten Elementkarten, indem wir Gruppen in kleinere Kombinationen aufteilen, Karten zu höheren Werten zusammenfügen und unsere Kartenhand auffüllen, um eine perfekte Sammlung aufzubauen.

Also, wer am besten spaltet, verbindet, auflädt und fusioniert, gewinnt das Spiel rund um die Beherrschung der Elementarkräfte.

Ein kleines Kartenspiel, das ich mir auf jeden Fall einmal anschauen werde.

Reactor Rescue

(Autoren: Fiona Shehu Lohaj, Arta Shehu Zaimi, Verlag: Publisher HaPe International, Labbox, über Kickstarter)

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob dieses Spiel wirklich auf der Messe in Essen zu sehen sein wird, aber auf der BGG-Liste ist es zumindest gelistet. Da es per Crowdfunding finanziert wird, ist zudem fraglich, ob es auch eine normal käufliche Variante geben wird.

Aber thematisch ist es ein Volltreffer für diese Rubrik hier: Im Spiel schlüpfen wir in die Rolle von Ingenieuren, deren Raumschiffe auf dem Weg zur Reparatur eines ausfallenden Reaktors eine Panne erlitten haben. Um die notwendigen Reparaturen durchzuführen, müssen wir Karten mit elektronischen Bauteilen sammeln, die elektronische Teile wie LEDs, Summer, Schalter, Motoren, Sensoren usw. darstellen. Aus diesen Teilen werden dann mittels echter (!) modularer Bausteine tatsächlich funktionierende Schaltkreise aufgebaut. Der Erste, der alle Reparaturen an den Schaltkreisen seines Fahrzeugs abgeschlossen hat, gewinnt das Spiel.

Diese Kombination von Brettspiel und Elektronik-Experimentierkasten macht neugierig. Auf jeden Fall reizvoll, selbst wenn ich später nur die Komponenten des Spiels in meinen Forscherkursen einsetzen kann.

Reforest

(Autor: Sébastien Bernier-Wong, Verlag: Board Game Circus bzw. Partner: Envy Born Games)

Spieleschachtel des Brettspiels Reforest
Bildquelle: Board Game Circus

Ein Naturthema und dann eine geschickt kombinierte Auslage vor uns, die die meisten Synergieeffekte und damit auch die meisten Punkte verspricht, das klingt nach einer Kreuzung aus „Flügelschlag, „Mischwald“ und „Ökosystem“. Hier allerdings in der Optik eines Natur-Bestimmungsbuches.

Da mir die gerade genannten geistigen Spieleltern aber sehr gefallen, ist die Neugierde auch hier geweckt – naturwissenschaftliche Themen gehen immer, siehe oben „BIOlink“. Mit diesem Kartenspiel wollen wir also ein gesundes Waldökosystem erschaffen. Die Pflanzen in der Auslage werden so kombiniert, dass ihre Effekte und Wertungsbedingungen optimal genutzt werden.

Das Besondere hier: wir können die Karten nicht nur nebeneinander auslegen, sondern auch stapeln.

Wir spielen zudem auch nicht solitär vor uns hin, sondern konkurrieren mit den Mitspielenden um die Gunst der Waldtiere. Das handliche Spiel lässt sich wohl aber auch gut solo spielen.

Das Spiel der Vögel

(Autoren: Michael Rieneck und Jackie Morris, Verlag: KOSMOS)

Ja, hört das denn mit diesen Natur-Kombinationsspielen überhaupt nicht mehr auf …? Auch Kosmos springt hier auf den wohl verkaufserfolg-versprechenden Zug auf und bietet ein Kartenspiel an, das ebenfalls auf naturalistisch gezeichnete Tiere (hier: Vögel) im Biologiebuch-Stil setzt.

Viel lässt sich leider noch nicht zu dem Spiel finden, aber durch Würfelwurf lassen sich wohl die Möglichkeiten der Auslage verändern. Man kann Vogelkarten in der eigenen Auslage sammeln, um Eigenschaften wie Gesang, Nest oder Flugkünste zu vereinen. Mehrere Vögel derselben Art stärken den eigenen Lebensraum und bringen zusätzliche Auszeichnungen.

Meine Neugierde ist geweckt und ich bin gespannt, herauszufinden, ob hier etwas Neues geboten wird.

Weitere interessante Spiele

Näher anschauen werde ich mir u.a. noch:

  • -60° (DLP/Nanox)
  • Azul Kids (Asmodee/Space Cow)
  • Batman: Gotham City Crimes (Kosmos)
  • Clash of Clans: Der epische Überfall (Pegasus)
  • Pets on Mars (HABA)
  • Pioniere der Lüfte (Schwerkraft)
  • Spyworld: Meine Basis – Deine Basis (Heidelbär)
  • Tinctura (Skellig)

sowie die internationalen Titel:

  • Borealis: Arctic Expeditions (Lucky Duck Games)
  • Carpet Racers (Pink Troubadour)
  • Dino Racer (Underdog Games)
  • Lairs, inkl. Adventurer’s Pack (KTBG)
  • Mech vs Minions: Bandle City Edition (Incredible Dream Studios)
  • Minigolf Designer (Thematic Games/Bnw Distribution)
  • Star Trek: Space Hunt (Matagot)

Die Liste der hier genannten Spiele (für Ingenieure) wird bis zur Messe im Oktober ständig erweitert.

Kennerspiel des Jahres 2026

Gewinner: Rebirth

Irgendwie hatte ich schon damit gerechnet, dass die Jury das Brettspiel REBIRTH (Autor: Reiner Knizia, Illustration: Anna Przybylska und Kate Redesiuk, Verlag:Frosted Games bzw. Mighty Boards) zum Kennerspiel des Jahres 2026 kürt.

Brettspielsituation von Rebirth
Rebirth – Foto: C. Krause

Das Thema und die Aufmachung hören sich schon sehr nach einem passenden „Spiel für Ingenieure“ an: Das postapokalyptische Schottland soll nach einer Katastrophe mit nachhaltiger Energiegewinnung wieder aufgebaut werden. Wir Spielenden übernehmen die Rolle von Clanoberhäuptern und konkurrieren beim Wiederaufbau um die Kontrolle des Landes.

Das war es thematisch aber schon. Vor uns liegt „nur“ ein taktisches Legespiel, bei dem wir versuchen, Mehrheiten in Gebieten durch geschicktes Plazieren unserer Landschaftsplättchen zu gewinnen. Thema ist eigentlich beliebig.

Ok, es gibt zwei Spielplanseiten (Schottland und Irland), die sich aber nur durch die Zielvorgaben (zufällige Auswahl bzw. Planbarkeit) unterscheiden. In dem also eher abstrakten Spiel gibt es jede Menge kleine Entscheidungen zu fällen. Die Regeln sind dabei überschaubar, ermöglichen aber eine schöne taktische Tiefe.

Den Namen Rebirth kann man auch auf andere Weise verstehen, denn das Spiel hat eine große spielerische Nähe zu Knizias alten Spiel Samurai (1998). Mechanismen immer wieder neu rauszubringen ist schon auffällig bei Knizia, aber auch irgendwie nicht verwunderlich bei der großen Zahl an Spielen, die er jedes Jahr veröffentlicht.

Bossfighter QR: Brettspiel sucht Tablet

Zumindest ins Finale hatte es auch das Spiel „BOSS FIGHTERS QR“ (Autoren: Michael Palm und Lukas Zach, Illustration: Bartłomiej Kordowski und Maximilian Jasionowski, Pegasus Spiele) geschafft.

So ganz verstehe ich die Idee nicht, ein analoges Brettspiel mit dem Computer zu verbinden. Warum dann nicht gleich am PC spielen? Geht es nur darum, digitale Gamer wieder weg vom Smartphone oder Rechner an den Tisch zu bekommen?

Nun gut, Bossfighter QR ist also ein hybrides Kartenspiel. Wir Spielenden scannen QR-Codes auf unseren Karten und die App steuert die Reaktionen der gegnerischen App-Bosse. Wir spielen kooperativ und kämpfen mit individuellen Helden-Decks gegen unterschiedliche Bosse mit einzigartigen Fähigkeiten und verschiedenen Schwierigkeitsstufen.

Vorteil: Mit der Verbindung aus Kartenhaptik und App machen auch komplexere Kämpfe Spaß und man spart sich ein lästiges Tabellen-Nachschlagen („wer macht nochmal wann welchen Schaden“). Die digitale Umsetzung ermöglicht zudem Zufallsmechaniken und durch nachgelieferte Bosse auch sicher Langzeitspaß bzw. Wiederspielreiz. Gemeinsam gilt es, eine hoffentlich erfolgreiche Taktik zu finden, um den jeweiligen gegnerischen Boss zu erledigen.

Ich muss gestehen, ich habe Spiele im Schrank, die sind noch aus Zeiten vor dem Jahr 2000 – und ich kann sie immer noch problemlos spielen. Bei einem App-abhängigen Spiel kann ich nur hoffen, dass die App auch noch in ein paar Jahren unterstützt und gepflegt wird. Sonst bleibt nur ein Haufen Pappe in großer Schachtel.

Überleben auf dem Mond

Und dann war auch noch das Brettspiel „MOON COLONY BLOODBATH“ (Autor: Donald X. Vaccarino, Illustration: Franz Vohwinkel, Verlag: Alea) in der Endrunde als Kandidat für das Kennerspiel des Jahres 2026. Das hört sich thematisch doch schon eher nach einem echten „Spiel für Ingenieure“ an.

Spielsituation des Brettspiels Moon Colony Bloodbath
Moon Colony Bloodbath – Foto: C. Krause

Natürlich zieht hier erstmal der Name des Autors. Schließlich stammt aus der Feder von Donald X. Vaccarino auch das preisgekrönte Spiel Dominion, praktisch der Urknall des Deckbuildings in Brettspielen.

In Moon Colony Bloodbath bauen die Spielenden mittels gemeinsamen Deckbuildings erstmal eine Mondkolonie auf bzw. aus, um Geld, Nahrung und Einwohner zu mehren. Der besondere Clou ist dann aber der dramatische Abbau durch unerwartete Katastrophen. Die Karten im Deck lösen Arbeitsphasen aus und Twist- und Problemkarten sorgen für Chaos wie Roboter-Fehlfunktionen oder Unfälle.

Dieser Übergang von anfänglicher Utopie (Minen, Hotel, Nahrungserzeugung) zur dann folgenden unvermeidlichen Destruktion, die alle Pläne zunichte macht, ist schon eine äußerst ungewöhnliche Spielerfahrung. Wer sich auf dieses durchaus makabere Thema einlässt, hat in der richtigen Spielerunde sehr viel Spielspaß. Ach ja, Gewinner ist, wer am Ende noch (die meisten) Überlebende hat….

Ein ungewöhnliches Thema mit reizvollem Kniff: vom Ausbau zum unausweichlichen Untergang durch verrücktspielende Roboter. Passend illustriert in einem Grafikstil mit Vibes aus den 70-er Jahren. Mich erinnern die Zeichnungen an meine alten „Was-ist-Was“-Bücher.

Weitere Spieleempfehlungen zum Kennerspiel 2026

Zu anderen Spielen auf der Empfehlungsliste für das Kennerspiel des Jahres 2026 habe ich schon nach der Messe Essen 2025 ein paar Zeilen geschrieben:

Artengarten

Grundstein von Metropolis

Tag Team

Spiel des Jahres 2026

Am Sonntag, den 12. Juli 2026, war es wieder soweit: In Berlin wurden das Spiel des Jahres, das Kennerspiel des Jahres und das Kinderspiel des Jahres 2026 im Rahmen der offiziellen Preisverleihung verkündet.

Welche Spiele standen im Finale für das Spiel des Jahres 2026?Ich muss vorab gestehen, so richtig aus den Schuhen gehauen (hier mit der Blickrichtung „Spiele für Ingenieure“) hat mich keiner der Finalisten … Und in meinen Einkaufskorb hatte es bisher auch nur DITO! geschafft.

COZY STICKER VILLE von Corey Konieczka (Verlag Unexpected Games), Illustrationen von u.a. Jonathan Aucomte und Giulia Calistro.
Der Name des Spiel verrät eigentlich schon alles: Entspannt und kooperativ soll hier ein Dorf aufgebaut werden, indem über viele Runden gemeinsam eine kleine Welt gestaltet wird. Dafür werden viele – sehr viele – kleine und große Aufkleber auf die Landschaftskarte geklebt. Jeder Sticker steht für Fortschritt und verlangt Entscheidungen, die beeinflussen, welche Gebäude, Personen und Geschichten später auftauchen können.
Das Stickerheft reicht dabei für 2 komplette Durchläufe á 10 Runden. Danach ist das Spielmaterial leider verbraucht und unspielbar.
Warum das Spiel für uns nichts ist: Idealerweise spielt man einen kompletten Durchlauf in der immer gleichen Spielerunde, also z.B. in der Familie mit Kindern. Das bedeutet, dass eine ganze Weile immer das gleiche Spiel auf den Tisch kommt. Das klappt bei uns leider so gut wie nie, und damit haben es Legacy-Spiele bei uns leider schwer.
Wie auch schon bei den Exit-Spielen von Kosmos finde ich „Einmal-Spiele“ bzw. „Wegwerf-Spiele“ wenig sinnvoll. Besser finde ich hier Lösungen, um ein durchgespieltes Exemplar an andere Gruppen weitergeben zu können. Klar, der Verlag & Co. verdienen dann natürlich nichts mehr dran …

MORTY SORTY MAGIC SHOP von Markus Slawitscheck (Verlag Schmidt Spiele), Illustration von David Cochard.
Irgendwie unauffällig kam das Spiel auf den Markt. Eine nette Grafik und ein eher unaufgeregter Sortiermechanimus. Die Spielenden ziehen aus einem Sack zufällig Zutatengläser mit unterschiedlichen Zahlenwerten, Inhalten und Deckelfarben. Diese Gläser gilt es dann nach Zahlenwert aufsteigend in die Regale zu packen und durch Kombinationen und Bedingungen zusätzliche Wertungen, Kettenreaktionen oder Bonuspunkte auszulösen. Leider ist hier nichts dabei, was bei mir großes Interesse auslöst. Auch, dass es einen zweiseitigen Spielplan, verschiedene Abzeichen und vielfältige Wertungsrollen in immer neuen Kombinationen gibt, reißt hier leider nichts raus.

DITO! von Martin Ang (Verlag Game Factory), Illustration von Stephanus Adrian.
Angespielt haben wir Dito! auf der Messe Spiel Doch und dann auch gleich mitgenommen. Ok, es ist wieder mal so ein typisches Wortassoziationsspiel – hier für bis zu 7 Personen. Wir Spielenden notieren in einem 3×3-Raster unsere Begriffe zu gezogenen Kategorien und sammeln Punkte, wenn unsere Antworten mit denen anderer übereinstimmen. Dabei kann ich auch versuchen, Bonuspunkte durch geschicktes Eintragen meiner Begriffe abzustauben.
Der Clou aber sind hier die wirklich sehr kreativen Kategorien und der Spielspaß, der entsteht, wenn es zur Auflösung kommt. Wenn die Gruppe entdeckt, wer ähnliche oder einzigartige Assoziationen hatte, dann sind überraschende Momente und sehr viel Lachen vorprogrammiert. Einzig die wegwischbaren Stifte und das Reinigen der Tafeln trüben ein wenig den Spielspaß. Ein bereitgelegter feuchter Lappen hilft hier aber.
Auch ein ideales Kennenlernspiel z.B. für eine Seminarrunde oder in der Schule.

Spielsituation des Spiels Dito
Brettspiel DITO! – Foto: C. Krause

Chaotisches Wettlauf-“Programmieren“
Von den weiteren Empfehlungen, die es leider nicht ins Finale für das Spiel des Jahres geschafft haben, gefällt uns gut das Spiel Hot Streak von Jon Perry (Strohmann Games bzw. CMYK).
Wie auch Dito! ist dieses Wettrennspiel ideal für Gruppen, die Spaß an Chaos und spontanen Reaktionen haben. Ein Wettmechanimus über 3 Runden ist kombiniert mit minimaler Kontrolle über das Renngeschehen ;-).
Ok, man kann versuchen, durch eigene Karten das Rennen ein wenig zu beeinflussen. Aber der besondere Spielspaß entsteht durch unvorhersehbare Rennszenen (Stolpern, Umdrehen, Rempeleien), die für lautes Mitfiebern und Schadenfreude sorgen. Mega-Spaß, alberne Gestaltung der Rennfiguren (Maskottchen) und eine der kreativsten Spielflächen, die es je gab. Ein Spiel für Ingenieure, bei dem so mancher Plan ordentlich nach hinten losgeht.

Das Spiel des Jahres 2026
Frisch verkündet dann gestern der Siegertitel für das Spiel des Jahres 2026: Gewonnen hat DITO!.

Professor Technikus war unterwegs auf der Messe SPIEL DOCH in Dortmund

Vom 24. bis 26. April 2026 fand in der Halle 4 der Messe Dortmund die 7. Spiel Doch statt. Veranstaltet wird die Messe von der w. nostheide verlag gmbh, auch bekannt durch die Brettspielmagazine „spielbox“ und „SPIEL DOCH!“.

Lückenfüller zur Messe Spiel in Essen

Gestartet ist die neue Messe, die zeitlich ziemlich genau in der Halbzeit zwischen den Terminen der großen Messe Spiel in Essen liegt, 2018 in Duisburg in der Kraftzentrale im Landschaftspark Nord. Stattliche 100 Aussteller meldete die „Spiel Doch“ bei ihrem Debut.
2019 folgte die zweite Durchführung in Duisburg – tja, und dann kam 2020 die Corona-Pandemie und ließ nicht nur diese Veranstaltung straucheln. Erst im Sommer 2022 legte die dann dritte Ausgabe der Messe ihr Revival am neuen Standord Dortmund auf.

Schulklassenbesuche ausdrücklich erwünscht

Eine Besonderheit der Spielemesse: Der Freitag ist traditionell der Schülertag, d.h. Schulklassen können die Messe (nach vorheriger Anmeldung) kostenlos besuchen. Bitte dabei nur beachten, für Kinder im Grundschulalter ist das Messe-Angebot leider wenig geeignet. Die Messe selbst empfiehlt den Besuch auch erst ab der 5. Klasse.

Familienfreundliche Preise, aber teures Parken

Für die Messe gibt es nicht nur Tageskarten (günstiger im Vorverkauf) und Dauerkarten, sondern auch Tages-Familienkarten. Kinder unter 11 Jahren in Begleitung ihrer Familie oder eines Elternteils haben freien Eintritt. Nun ja, dafür gibt es ja auch für diese Zielgruppe nur wenig Spielangebote auf der Messe.

Wenn die Öffentlichen fahren, dann ist die Anreise damit sicher eine gute Idee. Die Messe Dortmund hat dieses Jahr 11.-€ Parkgebühr pro Tag aufgerufen…

Schwesterveranstaltung in Friedrichshafen am Bodensee

Vom 20. bis 21. Juni 2026 findet die Spiel Doch übrigens auch in der Messe Friedrichshafen statt. Auch hier gibt es die Möglichkeit für Schulklassen und Jugendgruppen, eine Gruppenkarte im Vorfeld zu erwerben. Sie kostet hier allerdings 100.- € und gilt für bis zu 25 Schüler/Jugendliche und zwei Betreuer.

Was wurde auf der Messe Spiel Doch angeboten?

Auf über 8000 qm gab es jede Menge Brett- und Kartenspiele zum Spielen, aber auch zum Kaufen – nicht nur zum Neupreis, sondern manchmal auch als Schnäppchen.

Messe-Schnäppchen (Foto: C. Krause)

Richtig gut gefallen haben mir die breiten Gänge und die mehr als reichlich vorhandenen Spieltische, sowohl an den Ständen als auch im großen Spieleausleihbereich. Die Spieleausleihe wurde organisiert von Meeplebox Events und bot eine reichhaltige Auswahl an Spielen.

Spiele-Ausleihe auf der Messe (Foto: C. Krause)

Es kam so kaum zu Engpässen, Gedränge oder langen Wartezeiten. Laut Messe gab es mit über 18.000 Besuchern zwar einen neuen Rekord, aber trotzdem war die Atmosphäre recht entspannt, besonders am weniger stark besuchten Freitag.

Die Angebote der Gastronomie waren sowohl innen als auch außen (Glück mit dem Wetter gehabt) vorhanden und preislich auf einem „OK-Niveau“.

Verlage und mehr

Neben den ca. 190 ausstellenden Verlagen waren auf der Messe auch Autor*innen, Künstler*innen, Turniere und das Finale der Deutschen CATAN-Meisterschaft sowie Flohmarktstände vertreten. Für den Flohmarkt konnten Privatanbieter einen Stand zu besonderen Konditionen buchen (9 qm für ca. 100.-€, dafür dann mit 2 Ausstellertickets für die Messe-Tage). Das ist schon eine interessante Variante eines Flohmarkts, leider habe ich hier nur vier Stände gezählt :-(.

Leider nutzten auch nur vier Autor*innen die Möglichkeit, ihre Prototypen zu präsentieren. Dafür konnte man aber bei über 20 Künstler*innen vorbeischauen.

Hervorheben möchte ich noch den immer wieder spannenden Ausstellungsstand der Europäische Spielesammler Gilde e.V. sowie den Stand der Westdeutsche SpenderZentrale, die für Stammzellspenden zur Bekämpfung von Blutkrebs geworben haben.

Pläne für 2027

Nächstes Jahr findet die Messe vom 09. bis 11.4.2027 wieder in Dortmund statt. Vielleicht kommt dann sogar noch eine Halle (Halle 7?) dazu, um weitere Aussteller und auch zusätzliche Spielflächen unterzubringen.

Und was haben wir so gespielt?

„Spiele für Ingenieure“ waren dieses Mal nicht wirklich dabei, trotzdem gab es einige interessante Spiele zu entdecken:


Dewan (Johannes Goupy und Yoann Levet, Verlag: Space Cowboys), Foto: C. Krause

Dindex (Lars-Michael Stock, Verlag: AdveRunde Spieleverlag), Foto: C. Krause

Dito (Martin Ang, Verlag: Game Factory), Foto: C. Krause

Echos der Zeit (Roberto Pellei und Simone Luciani, Verlag: Feuerland), Foto: C. Krause

Massenweise Monster (Michael Luu, Verlag: Lookout), Foto: C. Krause

MarioCarts (n.n. von Ascending Fates), Foto: C. Krause

Stibitzt! (David Gordon und Jonathan Gilmour-Long, Verlag: Frosted Games, Vorabmuster), Foto: C. Krause

Zick Zack – Müll Weg! (Annika Hester, Prototyp)

Eine wackelige Konstruktion

SUSPEND

Beim Geschicklichkeitsspiel Suspend von Spin Master Games gilt es, eine wackelige Konstruktion aus immer mehr Teilen in der Balance zu halten. Leider ist mir kein Autor des Spiels bekannt. Aber dafür passt das Spiel wunderbar in die Rubrik „Spiele für (kleine) Ingenieure“.

Suspend (Verlag: Spin Master Games) – Foto: C. Krause

Der Reihe nach müssen die Spielenden immer neue Stäbe in die Konstruktion einhängen. Dazu hat jeder Spielende Stäbe in unterschiedlichen Längen, die mit unterschiedlich vielen „Kerben“ versehen sind. Ein Farbwürfel bestimmt, welche Stab verwendet werden muss.
Fallen beim Einhängen Stäbe herunter, muss der Verursacher diese Stäbe in seinen Vorrat nehmen. Gewonnen hat, wer zuerst alle eigenen Stäbe verbaut hat.

Suspend (Verlag: Spin Master Games) – Foto: C. Krause

Das Spiel ist ruckzuck aufgebaut und bietet einen hohen Aufforderungscharakter. Es ist verblüffend, welche gewagten Konstruktionen die Balance halten und so immer komplexere Gebilde geschaffen werden können. Eine ruhige Hand ist natürlich Voraussetzung.
Ein bisschen Glück spielt schon rein, da der Würfel bestimmt, welchen Stab man als nächstes verwenden muss. Hat man die Farbe selber nicht mehr im Vorrat, muss man zur Schadenfreude seiner Mitspielenden deren Stäbe verbauen.
Aber eine Runde ist flott gespielt und es bleibt garantiert nicht nur bei einer Runde.

Suspend ist hier neu aufgelegt worden und kommt nun auch in einer richtigen Schachtel. Die Originalversion von Melissa & Doug kam in einer „wabbeligen“ Plastikröhre. In der vorliegenden Version sind die Stäbe aus Stahl, verfügbar war/ist aber auch eine Kunststoffvariante, die gerade für Kinder einfacher ist, da die Stäbe etwas besseren Halt finden.

Die beiliegende, vielsprachige Spielanleitung ist leider fast unlesbar und erinnert eher an eine dieser unsäglichen Gebrauchsanleitungen aus dem asiatischen Raum, die in allen Sprachen der Welt auf einer Seite alles Schritte erläutern.

Wenn wir die Komponenten des Spiels in unseren Forscherkursen einsetzen, verwenden wir aber sowieso eigene Regeln.
Ideal können mit diesen mobilé-artigen Konstruktionen die Themen Gleichgewicht, Hebelwirkung, Symmetrie und Balance vermittelt werden. Gleichzeitig schult Suspend die Feinmotorik bzw. Hand-Auge-Koordination und verlangt räumliches Denken. Die richtige Einschätzung von Gewicht, Hebelwirkung und Schwerpunkt entscheiden über Erfolg oder Einsturz. Und viel Spaß macht es auch noch!

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