Irgendwie hatte ich schon damit gerechnet, dass die Jury das Brettspiel REBIRTH (Autor: Reiner Knizia, Illustration: Anna Przybylska und Kate Redesiuk, Verlag:Frosted Games bzw. Mighty Boards) zum Kennerspiel des Jahres 2026 kürt.
Rebirth – Foto: C. Krause
Das Thema und die Aufmachung hören sich schon sehr nach einem passenden „Spiel für Ingenieure“ an: Das postapokalyptische Schottland soll nach einer Katastrophe mit nachhaltiger Energiegewinnung wieder aufgebaut werden. Wir Spielenden übernehmen die Rolle von Clanoberhäuptern und konkurrieren beim Wiederaufbau um die Kontrolle des Landes.
Das war es thematisch aber schon. Vor uns liegt „nur“ ein taktisches Legespiel, bei dem wir versuchen, Mehrheiten in Gebieten durch geschicktes Plazieren unserer Landschaftsplättchen zu gewinnen. Thema ist eigentlich beliebig.
Ok, es gibt zwei Spielplanseiten (Schottland und Irland), die sich aber nur durch die Zielvorgaben (zufällige Auswahl bzw. Planbarkeit) unterscheiden. In dem also eher abstrakten Spiel gibt es jede Menge kleine Entscheidungen zu fällen. Die Regeln sind dabei überschaubar, ermöglichen aber eine schöne taktische Tiefe.
Den Namen Rebirth kann man auch auf andere Weise verstehen, denn das Spiel hat eine große spielerische Nähe zu Knizias alten Spiel Samurai (1998). Mechanismen immer wieder neu rauszubringen ist schon auffällig bei Knizia, aber auch irgendwie nicht verwunderlich bei der großen Zahl an Spielen, die er jedes Jahr veröffentlicht.
Bossfighter QR: Brettspiel sucht Tablet
Zumindest ins Finale hatte es auch das Spiel „BOSS FIGHTERS QR“ (Autoren: Michael Palm und Lukas Zach, Illustration: Bartłomiej Kordowski und Maximilian Jasionowski, Pegasus Spiele) geschafft.
So ganz verstehe ich die Idee nicht, ein analoges Brettspiel mit dem Computer zu verbinden. Warum dann nicht gleich am PC spielen? Geht es nur darum, digitale Gamer wieder weg vom Smartphone oder Rechner an den Tisch zu bekommen?
Nun gut, Bossfighter QR ist also ein hybrides Kartenspiel. Wir Spielenden scannen QR-Codes auf unseren Karten und die App steuert die Reaktionen der gegnerischen App-Bosse. Wir spielen kooperativ und kämpfen mit individuellen Helden-Decks gegen unterschiedliche Bosse mit einzigartigen Fähigkeiten und verschiedenen Schwierigkeitsstufen.
Vorteil: Mit der Verbindung aus Kartenhaptik und App machen auch komplexere Kämpfe Spaß und man spart sich ein lästiges Tabellen-Nachschlagen („wer macht nochmal wann welchen Schaden“). Die digitale Umsetzung ermöglicht zudem Zufallsmechaniken und durch nachgelieferte Bosse auch sicher Langzeitspaß bzw. Wiederspielreiz. Gemeinsam gilt es, eine hoffentlich erfolgreiche Taktik zu finden, um den jeweiligen gegnerischen Boss zu erledigen.
Ich muss gestehen, ich habe Spiele im Schrank, die sind noch aus Zeiten vor dem Jahr 2000 – und ich kann sie immer noch problemlos spielen. Bei einem App-abhängigen Spiel kann ich nur hoffen, dass die App auch noch in ein paar Jahren unterstützt und gepflegt wird. Sonst bleibt nur ein Haufen Pappe in großer Schachtel.
Überleben auf dem Mond
Und dann war auch noch das Brettspiel „MOON COLONY BLOODBATH“ (Autor: Donald X. Vaccarino, Illustration: Franz Vohwinkel, Verlag: Alea) in der Endrunde als Kandidat für das Kennerspiel des Jahres 2026. Das hört sich thematisch doch schon eher nach einem echten „Spiel für Ingenieure“ an.
Moon Colony Bloodbath – Foto: C. Krause
Natürlich zieht hier erstmal der Name des Autors. Schließlich stammt aus der Feder von Donald X. Vaccarino auch das preisgekrönte Spiel Dominion, praktisch der Urknall des Deckbuildings in Brettspielen.
In Moon Colony Bloodbath bauen die Spielenden mittels gemeinsamen Deckbuildings erstmal eine Mondkolonie auf bzw. aus, um Geld, Nahrung und Einwohner zu mehren. Der besondere Clou ist dann aber der dramatische Abbau durch unerwartete Katastrophen. Die Karten im Deck lösen Arbeitsphasen aus und Twist- und Problemkarten sorgen für Chaos wie Roboter-Fehlfunktionen oder Unfälle.
Dieser Übergang von anfänglicher Utopie (Minen, Hotel, Nahrungserzeugung) zur dann folgenden unvermeidlichen Destruktion, die alle Pläne zunichte macht, ist schon eine äußerst ungewöhnliche Spielerfahrung. Wer sich auf dieses durchaus makabere Thema einlässt, hat in der richtigen Spielerunde sehr viel Spielspaß. Ach ja, Gewinner ist, wer am Ende noch (die meisten) Überlebende hat….
Ein ungewöhnliches Thema mit reizvollem Kniff: vom Ausbau zum unausweichlichen Untergang durch verrücktspielende Roboter. Passend illustriert in einem Grafikstil mit Vibes aus den 70-er Jahren. Mich erinnern die Zeichnungen an meine alten „Was-ist-Was“-Bücher.
Weitere Spieleempfehlungen zum Kennerspiel 2026
Zu anderen Spielen auf der Empfehlungsliste für das Kennerspiel des Jahres 2026 habe ich schon nach der Messe Essen 2025 ein paar Zeilen geschrieben:
Am Sonntag, den 12. Juli 2026, war es wieder soweit: In Berlin wurden das Spiel des Jahres, das Kennerspiel des Jahres und das Kinderspiel des Jahres 2026 im Rahmen der offiziellen Preisverleihung verkündet.
Welche Spiele standen im Finale für das Spiel des Jahres 2026?Ich muss vorab gestehen, so richtig aus den Schuhen gehauen (hier mit der Blickrichtung „Spiele für Ingenieure“) hat mich keiner der Finalisten … Und in meinen Einkaufskorb hatte es bisher auch nur DITO! geschafft.
COZY STICKER VILLE von Corey Konieczka (Verlag Unexpected Games), Illustrationen von u.a. Jonathan Aucomte und Giulia Calistro. Der Name des Spiel verrät eigentlich schon alles: Entspannt und kooperativ soll hier ein Dorf aufgebaut werden, indem über viele Runden gemeinsam eine kleine Welt gestaltet wird. Dafür werden viele – sehr viele – kleine und große Aufkleber auf die Landschaftskarte geklebt. Jeder Sticker steht für Fortschritt und verlangt Entscheidungen, die beeinflussen, welche Gebäude, Personen und Geschichten später auftauchen können. Das Stickerheft reicht dabei für 2 komplette Durchläufe á 10 Runden. Danach ist das Spielmaterial leider verbraucht und unspielbar. Warum das Spiel für uns nichts ist: Idealerweise spielt man einen kompletten Durchlauf in der immer gleichen Spielerunde, also z.B. in der Familie mit Kindern. Das bedeutet, dass eine ganze Weile immer das gleiche Spiel auf den Tisch kommt. Das klappt bei uns leider so gut wie nie, und damit haben es Legacy-Spiele bei uns leider schwer. Wie auch schon bei den Exit-Spielen von Kosmos finde ich „Einmal-Spiele“ bzw. „Wegwerf-Spiele“ wenig sinnvoll. Besser finde ich hier Lösungen, um ein durchgespieltes Exemplar an andere Gruppen weitergeben zu können. Klar, der Verlag & Co. verdienen dann natürlich nichts mehr dran …
MORTY SORTY MAGIC SHOP von Markus Slawitscheck (Verlag Schmidt Spiele), Illustration von David Cochard. Irgendwie unauffällig kam das Spiel auf den Markt. Eine nette Grafik und ein eher unaufgeregter Sortiermechanimus. Die Spielenden ziehen aus einem Sack zufällig Zutatengläser mit unterschiedlichen Zahlenwerten, Inhalten und Deckelfarben. Diese Gläser gilt es dann nach Zahlenwert aufsteigend in die Regale zu packen und durch Kombinationen und Bedingungen zusätzliche Wertungen, Kettenreaktionen oder Bonuspunkte auszulösen. Leider ist hier nichts dabei, was bei mir großes Interesse auslöst. Auch, dass es einen zweiseitigen Spielplan, verschiedene Abzeichen und vielfältige Wertungsrollen in immer neuen Kombinationen gibt, reißt hier leider nichts raus.
DITO! von Martin Ang (Verlag Game Factory), Illustration von Stephanus Adrian. Angespielt haben wir Dito! auf der Messe Spiel Doch und dann auch gleich mitgenommen. Ok, es ist wieder mal so ein typisches Wortassoziationsspiel – hier für bis zu 7 Personen. Wir Spielenden notieren in einem 3×3-Raster unsere Begriffe zu gezogenen Kategorien und sammeln Punkte, wenn unsere Antworten mit denen anderer übereinstimmen. Dabei kann ich auch versuchen, Bonuspunkte durch geschicktes Eintragen meiner Begriffe abzustauben. Der Clou aber sind hier die wirklich sehr kreativen Kategorien und der Spielspaß, der entsteht, wenn es zur Auflösung kommt. Wenn die Gruppe entdeckt, wer ähnliche oder einzigartige Assoziationen hatte, dann sind überraschende Momente und sehr viel Lachen vorprogrammiert. Einzig die wegwischbaren Stifte und das Reinigen der Tafeln trüben ein wenig den Spielspaß. Ein bereitgelegter feuchter Lappen hilft hier aber. Auch ein ideales Kennenlernspiel z.B. für eine Seminarrunde oder in der Schule.
Brettspiel DITO! – Foto: C. Krause
Chaotisches Wettlauf-“Programmieren“ Von den weiteren Empfehlungen, die es leider nicht ins Finale für das Spiel des Jahres geschafft haben, gefällt uns gut das Spiel Hot Streak von Jon Perry (Strohmann Games bzw. CMYK). Wie auch Dito! ist dieses Wettrennspiel ideal für Gruppen, die Spaß an Chaos und spontanen Reaktionen haben. Ein Wettmechanimus über 3 Runden ist kombiniert mit minimaler Kontrolle über das Renngeschehen ;-). Ok, man kann versuchen, durch eigene Karten das Rennen ein wenig zu beeinflussen. Aber der besondere Spielspaß entsteht durch unvorhersehbare Rennszenen (Stolpern, Umdrehen, Rempeleien), die für lautes Mitfiebern und Schadenfreude sorgen. Mega-Spaß, alberne Gestaltung der Rennfiguren (Maskottchen) und eine der kreativsten Spielflächen, die es je gab. Ein Spiel für Ingenieure, bei dem so mancher Plan ordentlich nach hinten losgeht.
Das Spiel des Jahres 2026 Frisch verkündet dann gestern der Siegertitel für das Spiel des Jahres 2026: Gewonnen hat DITO!.
Vom 24. bis 26. April 2026 fand in der Halle 4 der Messe Dortmund die 7. Spiel Doch statt. Veranstaltet wird die Messe von der w. nostheide verlag gmbh, auch bekannt durch die Brettspielmagazine „spielbox“ und „SPIEL DOCH!“.
Lückenfüller zur Messe Spiel in Essen
Gestartet ist die neue Messe, die zeitlich ziemlich genau in der Halbzeit zwischen den Terminen der großen Messe Spiel in Essen liegt, 2018 in Duisburg in der Kraftzentrale im Landschaftspark Nord. Stattliche 100 Aussteller meldete die „Spiel Doch“ bei ihrem Debut. 2019 folgte die zweite Durchführung in Duisburg – tja, und dann kam 2020 die Corona-Pandemie und ließ nicht nur diese Veranstaltung straucheln. Erst im Sommer 2022 legte die dann dritte Ausgabe der Messe ihr Revival am neuen Standord Dortmund auf.
Messe Spiel Doch – Dortmund, Halle 4 (Fotos: C. Krause)
Schulklassenbesuche ausdrücklich erwünscht
Eine Besonderheit der Spielemesse: Der Freitag ist traditionell der Schülertag, d.h. Schulklassen können die Messe (nach vorheriger Anmeldung) kostenlos besuchen. Bitte dabei nur beachten, für Kinder im Grundschulalter ist das Messe-Angebot leider wenig geeignet. Die Messe selbst empfiehlt den Besuch auch erst ab der 5. Klasse.
Familienfreundliche Preise, aber teures Parken
Für die Messe gibt es nicht nur Tageskarten (günstiger im Vorverkauf) und Dauerkarten, sondern auch Tages-Familienkarten. Kinder unter 11 Jahren in Begleitung ihrer Familie oder eines Elternteils haben freien Eintritt. Nun ja, dafür gibt es ja auch für diese Zielgruppe nur wenig Spielangebote auf der Messe.
Wenn die Öffentlichen fahren, dann ist die Anreise damit sicher eine gute Idee. Die Messe Dortmund hat dieses Jahr 11.-€ Parkgebühr pro Tag aufgerufen…
Schwesterveranstaltung in Friedrichshafen am Bodensee
Vom 20. bis 21. Juni 2026 findet die Spiel Doch übrigens auch in der Messe Friedrichshafen statt. Auch hier gibt es die Möglichkeit für Schulklassen und Jugendgruppen, eine Gruppenkarte im Vorfeld zu erwerben. Sie kostet hier allerdings 100.- € und gilt für bis zu 25 Schüler/Jugendliche und zwei Betreuer.
Was wurde auf der Messe Spiel Doch angeboten?
Auf über 8000 qm gab es jede Menge Brett- und Kartenspiele zum Spielen, aber auch zum Kaufen – nicht nur zum Neupreis, sondern manchmal auch als Schnäppchen.
Messe-Schnäppchen (Foto: C. Krause)
Richtig gut gefallen haben mir die breiten Gänge und die mehr als reichlich vorhandenen Spieltische, sowohl an den Ständen als auch im großen Spieleausleihbereich. Die Spieleausleihe wurde organisiert von Meeplebox Events und bot eine reichhaltige Auswahl an Spielen.
Spiele-Ausleihe auf der Messe (Foto: C. Krause)
Es kam so kaum zu Engpässen, Gedränge oder langen Wartezeiten. Laut Messe gab es mit über 18.000 Besuchern zwar einen neuen Rekord, aber trotzdem war die Atmosphäre recht entspannt, besonders am weniger stark besuchten Freitag.
Offener Spielbereich: Morgens und Mittags (Fotos: C. Krause)
Messestände: Morgens und Mittags (Fotos: C. Krause)
Die Angebote der Gastronomie waren sowohl innen als auch außen (Glück mit dem Wetter gehabt) vorhanden und preislich auf einem „OK-Niveau“.
Verlage und mehr
Neben den ca. 190 ausstellenden Verlagen waren auf der Messe auch Autor*innen, Künstler*innen, Turniere und das Finale der Deutschen CATAN-Meisterschaft sowie Flohmarktstände vertreten. Für den Flohmarkt konnten Privatanbieter einen Stand zu besonderen Konditionen buchen (9 qm für ca. 100.-€, dafür dann mit 2 Ausstellertickets für die Messe-Tage). Das ist schon eine interessante Variante eines Flohmarkts, leider habe ich hier nur vier Stände gezählt :-(.
Leider nutzten auch nur vier Autor*innen die Möglichkeit, ihre Prototypen zu präsentieren. Dafür konnte man aber bei über 20 Künstler*innen vorbeischauen.
Nächstes Jahr findet die Messe vom 09. bis 11.4.2027 wieder in Dortmund statt. Vielleicht kommt dann sogar noch eine Halle (Halle 7?) dazu, um weitere Aussteller und auch zusätzliche Spielflächen unterzubringen.
Und was haben wir so gespielt?
„Spiele für Ingenieure“ waren dieses Mal nicht wirklich dabei, trotzdem gab es einige interessante Spiele zu entdecken:
Dewan (Johannes Goupy und Yoann Levet, Verlag: Space Cowboys), Foto: C. Krause Dindex (Lars-Michael Stock, Verlag: AdveRunde Spieleverlag), Foto: C. Krause Dito (Martin Ang, Verlag: Game Factory), Foto: C. Krause Echos der Zeit (Roberto Pellei und Simone Luciani, Verlag: Feuerland), Foto: C. Krause Massenweise Monster (Michael Luu, Verlag: Lookout), Foto: C. Krause
Las Vegas (Rüdiger Dorn, Verlag: Ravensburger, Neu-Auflage), Fotos: C. Krause MarioCarts (n.n. von Ascending Fates), Foto: C. Krause Stibitzt! (David Gordon und Jonathan Gilmour-Long, Verlag: Frosted Games, Vorabmuster), Foto: C. Krause Zick Zack – Müll Weg! (Annika Hester, Prototyp)
Beim Geschicklichkeitsspiel Suspend von Spin Master Games gilt es, eine wackelige Konstruktion aus immer mehr Teilen in der Balance zu halten. Leider ist mir kein Autor des Spiels bekannt. Aber dafür passt das Spiel wunderbar in die Rubrik „Spiele für (kleine) Ingenieure“.
Suspend (Verlag: Spin Master Games) – Foto: C. Krause
Der Reihe nach müssen die Spielenden immer neue Stäbe in die Konstruktion einhängen. Dazu hat jeder Spielende Stäbe in unterschiedlichen Längen, die mit unterschiedlich vielen „Kerben“ versehen sind. Ein Farbwürfel bestimmt, welche Stab verwendet werden muss. Fallen beim Einhängen Stäbe herunter, muss der Verursacher diese Stäbe in seinen Vorrat nehmen. Gewonnen hat, wer zuerst alle eigenen Stäbe verbaut hat.
Suspend (Verlag: Spin Master Games) – Foto: C. Krause
Das Spiel ist ruckzuck aufgebaut und bietet einen hohen Aufforderungscharakter. Es ist verblüffend, welche gewagten Konstruktionen die Balance halten und so immer komplexere Gebilde geschaffen werden können. Eine ruhige Hand ist natürlich Voraussetzung. Ein bisschen Glück spielt schon rein, da der Würfel bestimmt, welchen Stab man als nächstes verwenden muss. Hat man die Farbe selber nicht mehr im Vorrat, muss man zur Schadenfreude seiner Mitspielenden deren Stäbe verbauen. Aber eine Runde ist flott gespielt und es bleibt garantiert nicht nur bei einer Runde.
Suspend ist hier neu aufgelegt worden und kommt nun auch in einer richtigen Schachtel. Die Originalversion von Melissa & Doug kam in einer „wabbeligen“ Plastikröhre. In der vorliegenden Version sind die Stäbe aus Stahl, verfügbar war/ist aber auch eine Kunststoffvariante, die gerade für Kinder einfacher ist, da die Stäbe etwas besseren Halt finden.
Suspend Junior (Verlag: Melissa & Doug) – Foto: C. Krause
Die beiliegende, vielsprachige Spielanleitung ist leider fast unlesbar und erinnert eher an eine dieser unsäglichen Gebrauchsanleitungen aus dem asiatischen Raum, die in allen Sprachen der Welt auf einer Seite alles Schritte erläutern.
Wenn wir die Komponenten des Spiels in unseren Forscherkursen einsetzen, verwenden wir aber sowieso eigene Regeln. Ideal können mit diesen mobilé-artigen Konstruktionen die Themen Gleichgewicht, Hebelwirkung, Symmetrie und Balance vermittelt werden. Gleichzeitig schult Suspend die Feinmotorik bzw. Hand-Auge-Koordination und verlangt räumliches Denken. Die richtige Einschätzung von Gewicht, Hebelwirkung und Schwerpunkt entscheiden über Erfolg oder Einsturz. Und viel Spaß macht es auch noch!
Ausführlicher Messebericht von der „Spiel 2025“ in Essen
Die weltgrößte Brettspielmesse Spiel Essen 2025 ist mit Rekordbesuchendenzahlen zu Ende gegangen: Jeder der vier Messetage hat ca. 55.000 spielbegeisterte Menschen angelockt, so dass am Ende gut 220.000 Messebesuchende gezählt wurden. Das bedeutet, dass jeder Messetag ausverkauft war.
Logo der Messe, Quelle: SPIEL Essen, Merz Verlag GmbH & Co. KG
Voll war’s Es war tatsächlich in den Hallen bzw. Gängen merkbar voll. Schön zu sehen, dass auch der Sonntag gut nachgefragt war und insbesondere viele Familien auf die Messe gekommen sind. Da die Messeleitung in diesem Jahr eine weitere Messehalle hinzugenommen hatte, konnten so die größeren Brettspielverlage auch mit größeren Messestände gerade für Familienspielende attraktive Spielmöglichkeiten bereithalten.
Leider gibt es immer noch eine Unsitte, die die Messeleitung noch zulässt: Große Rollkoffer, Bollerwagen und Kinderwagen. So gut wie immer war eine Stau-Ursache für volle Messegänge ein solches Gefährt. Warum man mit Säuglingen oder Kleinkindern auf eine Brettspielmesse geht, erschließt sich mir allerdings nicht wirklich…
Bollerwagen, Kistenstapel und Kindertransporte auf der Messe, Fotos: C. Krause
Klar, die Messe wird von den meisten Personen genutzt, um (viele) Spiele einzukaufen. Aber die Messe bietet doch Möglichkeiten an, die eigenen Schätze zwischenzulagern bzw. sich sogar nach Hause schicken zu lassen.
Der Deutsche Spielepreise Im Rahmen der Pressekonferenz am Vortag der Messe wurden auch die Gewinner der ersten drei Plätze des Deutschen Spielepreises (DSP) 2025 bekanntgegeben. Abgestimmt haben hier nur Menschen aus der Brettspiel-Community, die ihren Lieblingsspielen des Jahres 2025 ihre Stimmen geben konnten. Leider ist nicht genau bekannt, wie viele Menschen sich an der Abstimmung beteiligt haben. Der Pressesprecher der Messe, Robin de Cleur, sprach aber in einem Interview auf der Messe von einer Zahl im oberen mittleren vierstelligen Bereich.
Neue Bühne „Spiel.Talks“ Dieses Interview wurde live auf der Messe geführt und zwar im Rahmen der neu eingeführten Bühne „Spiel.Talks“ mitten im Messegeschehen in Halle 4. Auf dieser Bühne fanden während der gesamten Messezeit die unterschiedlichsten Vorträge und Events rund ums Thema „Spiele“ statt, u.a. auch Beiträge zum Einsatz von Spielen an Schulen.
Gewinner des DSP 2025 Ach ja, die ersten drei Plätze des DSP haben folgende Spiele gewonnen:
1. Platz: SETI: Auf der Suche nach außerirdischen Leben aus dem Verlag CGE / HeidelBär Games und vom Autor Tomáš Holek
Gewinner 1. Platz DSP „SETI“ (Fotos: C. Krause)
2. Platz: Endeavor: Die Tiefsee aus dem Verlag: Frosted Games bzw. Board Game Circus und von den Autoren Carl de Visser und Jarratt Gray
Gewinner 2. Platz DSP „Endeavor“ (Fotos: C. Krause)
3. Platz: Bomb Busters aus dem Verlag: Pegasus Spiele und vom Autor Hisashi Hayashi
Gewinner 3. Platz DSP „Bomb Busters“ (Fotos: C. Krause)
Als bestes Kinderspiel wurde „Die kleinen Alchemisten“ von Matúš Kotry aus dem Hause CGE und HeidelBÄR Games gewählt.
Gewinner DSP-Kinder „Kleine Alchemisten“ (Fotos: C. Krause)
Entwicklung der Brettspielbranche 2025 Auf der Pressekonferenz wurden auch Zahlen zur Entwicklung des Brettspielmarktes genannt. Während die Spielwarenbranche insgesamt im Jahr 2025 ein Plus von 4% erzielte, zeigte die Warengruppe „Spiele und Puzzle“ ein viel deutlicheren Anstieg von 18% und ist damit die umsatzstärkste Kategorie im Spielwarenmarkt! Eine besonders positive Entwicklung zeigen dabei wohl die Trading Card Games (TCG).
Scheint, als wollten die meisten Verlage auch auf dieser TCG-Welle ein wenig mitschwimmen. So tauchen auf einmal Erweiterungen für bekannte und erfolgreiche Spiele im Gewand der typischen Boosterpacks, die man von den üblichen Sammelkartenspielen (TCG) kennt, auf. Beispiele sind hier z.B. die Erweiterungen aus dem Hause Kosmos zu den Spielen Sky Team, Castle Kombo oder Faraway sowie von Repos Production zum Spiel „Der Herr der Ringe: Duell um Mittelerde“
Messetrend 2025: Duell-Spiele bzw. 2-Personen-Spiele Und damit sind wir auch schon beim für mich eindeutigen Messe-Trend der Spiel 2025: Duell-Spiele bzw. 2-Personen-Spiele.
Vielleicht sind es Nachwirkungen der Pandemie, dass nun öfter mit dem Partner bzw. der Partnerin gespielt wird. Oder leider vielleicht auch die weltpolitische Lage, die Duell-, Kampf- oder Battle-Spiele (siehe auch Spieletitel weiter unten) wieder salonfähiger macht.
Oder aber eine Erklärung ist, dass im Vorjahr 2024 zum ersten Mal seit 1979 ein reines 2-Personen-Spiel (Sky Team) den begehrten Preis des „Spiel des Jahres“ erhalten hat und viele Verlage nun mit eigenen Angeboten darauf reagieren.
Markenkühe melken Hinzu kommt noch, dass die oben genannten TCGs in der Regel zu zweit gespielt werden und auch viele Verlage versuchen, ihre Brettspiel-“Markenkühe“ mit einer Duo-Variante weiter zu melken. Beispiele sind hier u.a.:
Die Weiße Burg – Das Duell (Kosmos)
Yokohama Duel (Elznir Games)
Azul Duel (Next Move Games )
Living Forest Duel (Ludonaute)
Everdell Duo (Pegasus Spiele)
2-Personenspiele, flott gespielt Wie auch immer, 2025 sind auffallend viele 2-Personenspiele erschienen. Die folgenden Beispiele haben gemeinsam, dass sie mit wenig Regelwerk daherkommen, aber viel Spielspaß und oft auch erstaunliche Varianz bieten. Auffällig auch hier: Kartenspiele, die leicht durch „Booster-Packs“ in Zukunft erweiterbar sind.
DUELL UM CARDIA Im Kartenspiel „Duell um Cardia“ (Autoren Mathieu Rivero & Faouzi Boughida, erschienen im Verlag „Hans im Glück“) spielen beide Personen mit einem identischen Deck aus 16 Karten. Thematisch ist das Spiel in der Fantasy-Ecke angesiedelt und entsprechend illustriert. Lobenswert, dass in der Anleitung aufgelistet ist, welche Illustrator*in welche Karten gestaltet hat.
Duell um Cardia (Verlag: Hans im Glück) – Foto: C. Krause
Ziel des Spiels ist es, als Erster fünf Siegelringe zu gewinnen. Dazu wählen die Spielenden in jeder Runde jeweils eine Karte verdeckt aus ihren Handkarten aus und decken sie gleichzeitig auf. Die Karte mit dem höheren Wert gewinnt einen Siegelring. Der Clou des Spieles ist aber, dass die unterlegene Karte dafür ihre Spezialfähigkeit auslöst. Jede Karte bietet eine andere Fähigkeit, die Einfluss auf bereits gespielte oder noch kommende Karten nehmen können. Damit eröffnen sich zahlreiche taktische Möglichkeiten.
Da die Handkarten immer nur eine Auswahl der jeweils 16 Karten darstellen, ist naturgemäß auch etwas Zufall bzw. Glück dabei. Die abwechslungsreichen Fähigkeiten der Karten lassen aber bei einer angenehmen Lernkurve einen sehr dynamischen Spielverlauf zu. Jedes Spiel verläuft so komplett anders und bietet neue emotionale Momente bzw. überraschende Kombinationen.
Damit aber nicht genug! In der kleinen, proper gefüllten Spielschachtel finden sich noch zwei weitere Kartendecks á 16 Karten für jede Person. Diese lassen sich separat spielen oder sogar mit den ersten Decks kombinieren. Das ist aber immer noch nicht alles: Variiert werden kann das Spiel zusätzlich auch noch mit Schauplatzkarten, die in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen bereitliegen. Jeder Schauplatz bringt eine Sonderregel mit, die für das ganze Spiel gilt. Für Abwechslung ist also mehr als gesorgt.
Fazit: Für mich eines der Highlights der Messe: Schneller Spieleinstieg, einfache Regeln, angenehme Spieldauer bei unglaublicher Varianz und damit richtig Spielspaß in der kleinen Schachtel. Toll! Ich bin gespannt, wann das erste Booster-Päckchen mit weiteren Kartendecks erscheint…
FOUR PLANETS Beim Spiel FOUR PLANETS aus dem Kosmos-Verlag und vom Autor Piotr Dachtera werden in jeder Runde an vier Orten (= Planeten) je zwei Karten (= Spezialisten) ausgelegt, um die unter Einsatz von Raumschiffen geboten wird. Dabei gilt, wer mehr bietet, kann als Erster wählen.
Four Planets (Verlag Kosmos) – Fotos: C. Krause
Ok, das Thema ist schon ein wenig aufgesetzt, aber findet sich durch die Raketen(-stufen) und den „Planetenbesuch“ dann irgendwie doch abgebildet. Die Grafik ist nett, aber unspektakulär.
Wir sammeln in diesem 2-Personenspiel im Prinzip nur farbliche Kartensets, die dann besondere Fähigkeiten oder Boni freischalten und am Ende Siegpunkte erzeugen. Die Fähigkeiten können das Einkommen erhöhen, die eigene Raumschiff-Flotte vergrößern, spezielle Boni bringen oder auch den Einblick in die verdeckten Wertungsziele verbessern. Und einige Spezialisten bringen auch gleich Siegpunkte mit. Der besondere Biet-Mechanismus verbindet Bluff und Timing, denn die eigenen Raumschiffe müssen klug eingesetzt werden, um die besten Karten für sich zu bekommen.
Das Spielmaterial besteht in erster Linie aus Karten, den Holzraumschiffen und ein paar Pappmarkern. Die „schlanke“ Planetenleiste ist eigentlich überflüssig, soll aber wohl die Spielkartongröße rechtfertigen. Denn hier hat der Verlag mit seiner üblichen 2-Personenspielschachtel viel Luft verpackt. Wie es deutlich besser gehen kann, sieht man zum Beispiel beim Spiel „Duell um Cardia“.
Aber es macht richtig Spaß, im Spiel das optimale Timing beim Bieten mit den Raumschiffen zu finden, die Handlungen des Gegners vorauszuahnen und dann die gewünschte Karte vor der Nase wegzuschnappen. Dabei ist es wichtig, die Farbkombinationen bei den Spezialisten frühzeitig im Blick zu behalten und gezielt auf die Boni hinzuarbeiten. Man muss stets flexibel bleiben und taktisch klug handeln, dabei auf die möglichen Wertungen achten und gezielt auf die Spezialfähigkeiten spielen, um sich dauerhafte Vorteile zu verschaffen. Viel Wege führen hier zum möglichen Sieg.
Fazit: Ein richtig gutes Mitnehmspiel für den Urlaub, ohne Schachtel nimmt es auch nur wenig Platz weg ;-)
TAG TEAM „Tag Team“ steht im Wrestlingsport für Kämpfe, bei denen zwei Kämpfer ein Team bilden und sich im Ring abwechseln. Der Wechsel zwischen den Teammitgliedern erfolgt dabei durch das namensgebende „Tag“, den regelkonformen Kontakt zwischen den Partnern.
TAG TEAM (Verlag Kosmos) – Fotos: C. Krause
Das Duell-Spiel „TAG TEAM“ von Corentin Lebrat und Gricha German (erschienen im Kosmos-Verlag) greift diesen Mechanismus auf, denn jeder Spieler stellt sich hier ein Team aus zwei Charakteren zusammen. Die Spieleschachtel hält dafür 12 unterschiedliche Kämpfer bereit, jeweils mit einem individuellen Kartendeck. Die Illustrationen sind soweit ok, irgendwie eine Mischung aus Manga und Comic. Dazu gibt es noch passende Marker, um Zustände, Stärke und Schäden anzuzeigen.
Nachdem die Spieler ihr Team bestimmt haben, werden die Kartendecks jeweils beider Kämpfer zu einem Kampfdeck gemischt. Der Kampf beginnt mit jeweils zwei Startkarten, aber Runde für Runde ergänzen die Spieler ihr Deck um eine Karte. Durch diesen Deckbau kann das eigene Kartendeck im Spielverlauf mit neuen Karten angereichert werden, um es zu verbessern und auf die Taktik des Gegenübers abzustimmen. Ein besonderer Kniff dabei: Die Decks werden niemals gemischt. Stattdessen werden neue Karten gezielt eingefügt, ohne die Reihenfolge der anderen Karten zu verändern.
TAG TEAM (Verlag Kosmos) – Fotos: C. Krause
Nach jeder Vorbereitungsphase folgt die Kampfphase, in der nichts mehr geändert werden kann. Bei diesem sog. Auto-Battler kann man dann nur noch zuschauen, wie sich der Kampf entwickelt und ob die eigene Strategie aufgegangen ist. Runde für Runde decken beide Spieler gleichzeitig die oberste Karte ihres Decks auf, führen Effekte aus und versuchen, Angriffe mit Blocks abzuwehren oder mit eigenen Angriffen den gegnerischen Helden K.O. zu schlagen. Das Timing der Kartenwirkungen ist entscheidend auf dem Weg zum Sieg. Die Kombination aus den individuellen Decks der zwei Kämpfer, das kontrollierte Einfügen von Karten und die gleichzeitigen Aktionen machen den Reiz des Spiels aus.
Eine Partie dauert ca. 15 Min und dank der vielen möglichen Charakter-Kombinationen ist für reichlich Abwechslung gesorgt. Es macht schon Spaß, die sehr unterschiedlichen Fähigkeiten der Kämpfer zu ergründen. Aber es dauert auch eine Weile, bis man die Feinheiten der Charaktere bzw. ihre sehr speziellen Fähigkeiten verinnerlicht hat. Beide Spielende sollten daher auch den gleichen Wissensstand bzw. die gleiche Spielerfahrung mit diesem Spiel haben.
Jedes individuelle Kampfdeck besteht übrigens aus 10 Karten. Einige kommen aber stets mehrfach vor, so dass im Schnitt nur 5-6 verschiedene Karten im Deck sind. Wir haben acht verschiedene Kämpfer in verschiedenen Kombinationen gespielt, aber verspüren leider nur noch wenig Lust, die anderen auszuprobieren.
Fazit: Wer sich hier mit einem festen Mitspielenden in die unterschiedlichen Fähigkeiten und Regelkombinationen „reinfuchsen“ will, findet mit Tag Team ein sehr reizvolles Deckbuilding-Spiel mit großer Varianz vor. Bestimmt auch online (z.B. auf BGA) hervorragend und schnell zu spielen. Und ich bin mir sicher, dass schon bald Kämpfernachschub kommt, der Teaser in der Spieleschachtel lässt grüßen. Wir sind aber (erstmal) raus.
APEX: CARNIVORE Wenn die tolle Grafik von Alex Rommel nicht wäre, hätte ich mich mit dem 2-Personen-Spiel Apex Carnivore (Autor:innen: Fulvio Flamini, Hendrik Poulsen Natrup & Lea M. Trenkwalder, OneStone Studios) wahrscheinlich nicht näher befasst.
Apex: Carnivore (OneStone Studios) – Foto: C. Krause
Worum geht es? Es handelt sich um ein Deckbuilding-Kartenspiel, bei dem man mit den gleichen Vorfahren startet und sich im Verlauf des Spiels zu unterschiedlichen Raubtierarten wie Katzen, Bären oder Mardern weiterentwickelt. Spielziel ist es, die Lebenspunkte des Gegners auf Null zu reduzieren.
Die Besonderheit bei diesem Spiel: Die Karten müssen durch Würfeln gegen die Schwierigkeitswerte der Karten (vergleichbar einer Geschicklichkeitsprobe beim Rollenspiel) aktiviert werden. Nach und nach kann man sich weitere Karten dazukaufen oder andere Karten entfernen, um das eigene Deck besser zu machen. Durch den Würfeleinsatz (W20) soll das strategische Kartenmanagement mit einem Glücksanteil kombiniert und so wohl für Spannung gesorgt werden. Die Karten sind, wie gesagt, thematisch super gestaltet (wirklich ein echter Hingucker) und untermalen den Evolutionsprozess bzw. den Kampf der Raubtiere um Vorherrschaft.
Der Spielablauf ist recht simpel: 5 Handkarten ausspielen, versuchen, die Karten zu aktivieren (W20) und Effekte ausführen, Initiativwerte vergleichen, dann Kampf (Angriffs- und Verteidigungswerte vergleichen, Lebenspunkte verlieren). Danach kann eine weitere Karte aus der Auslage ins Deck aufgenommen werden, allerdings wieder nur, wenn dem W20 der entsprechende Geschicklichkeitswert zu entlocken ist.
Fazit: Ich wollte das Spiel wirklich mögen: Grafik und Spielidee sind toll. Aber der besondere Kniff mit dem dauernden Würfeln fühlt sich leider nicht stimmig an und führt auch zu ordentlich Frustmomenten. Besonders aber strapazieren die rudimentäre, englischsprachige Regel und die englischsprachigen Kartentexte die Nerven. Die Unklarkeiten im Regelwerk, unverständliche Formulierungen und unklare Wechselwirkungen bei Karteneffekten machen uns ein angenehmes Spielgefühl nahezu unmöglich. Wirklich sehr schade.
LINKX Das Spiel LINKX (Pegasus Spiele, Spieldesign: Robert E C Coleman) besitzt mit seiner senkrecht stehende Spielfläche und den tetris-artigen Spielsteine einen hohen Aufforderungscharakter. Bevor die Regeln erklärt werden können, versuchen die meisten Spielenden schon die Spielsteine von oben ins Raster fallen zu lassen.
LINKX (Pegasus Spiele) – Fotos: C. Krause
Aufgabe ist es, die beiden gegenüberliegenden Seiten der Spielfläche mit den eigenen Spielsteinen zu verbinden. Abwechseln setzen beide Spielenden ihre Steine ein und versuchen so, den anderen zu stören und gleichzeitig das Ziel für sich zu ereichen. Wem es zuerst gelingt, die linke und rechte oder die obere mit der unteren Seite zu verknüpfen, gewinnt LINKX. Durch jeden Spielzug verändert sich das Spielfeld und erfordert taktisches Handeln, eine reizvolle Spannung entsteht beim Spielen und es gibt keinen Moment Langeweile.
Eine Partie ist in der Regel in unter 10 Minuten gespielt und verlangt so gut wie immer eine Revanche. Das 2-Personenspiel LINKX kann auch schon von/mit Kindern im Grundschulalter gut gespielt werden. Wobei wir für Kinder die vereinfachende Hausregel eingeführt haben, dass Steine als verbunden gelten, die neben- bzw. übereinanderliegen (die Originalregel sieht auch „über Eck“ als verbunden an). Fazit: Schnell aufgebaut, hoher Aufforderungscharakter, einfache Regeln, flotte Spieldauer: Klasse!
Eins gegen eins Weitere neue Duell-Spiele aus dem Jahr 2025, die auf der Messe mein Interesse gefunden haben, liste ich hier erstmal nur auf. Gespielt habe ich sie leider noch nicht… :
Toy Battle (Repos Production)
Battle of Hoth (Days of Wonder)
Compile (Pegasus Spiele)
MARVEL: Duell! In New York (Lookout)
Rising Cultures (Huch!)
Rival Cities (Deep Print Games)
Star Trek: Captain’s Chair (Frosted Games)
Tricky Traders (Pegasus Spiele)
Pyradice (Mebo Games)
Trends, Trends, Trends Weitere Spiele-Trends von der Messe 2025 folgen an dieser Stelle, u.a.
Aufbauspiele, wie z.B. Grundstein von Metropolis (Kobold Verlag) oder Skara Brae (Schwerkraft Verlag) oder Artengarten (Feuerland)
Programmier-Spiele für Kinder, wie z.B. Mission Haselnuss oder Lernwürfel „Rubiks Cube“
Vom PC-Game zum Brettspiel
Brettspiele mit App
Kooperatives Social Deduction
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