Fotokurs: Die finale Auswahl der Digitalkamera

Die neue Kamera
Bild: C. Krause

Wie im letzten Beitrag schon angekündigt blieben drei Digitalkameras in der engeren Wahl als neue Zweitkamera.

Sony DSC-RX 100
Das Besondere dieser Kamera ist der große Sensor: 1-Zoll-Sensorgröße mit 20 Millionen Pixeln Auflösung. Beim weiteren Lesen der technischen Daten erfährt man dann, dass der Sensor mit 16mm Diagonale ca. 13,5% der vergleichbaren Kleinbildfläche ausmacht. Moment, wie kann das sein? Ein Zoll entspricht doch 25,4mm, oder nicht?

Ein Exkurs: Wie lang ist ein Zoll (1“) bei den Angaben zu Monitoren und Sensoren?
Die Einheit „Zoll“ für Bildschirmdiagonalen leitet sich immer noch von den alten Vidicon- Bildröhren ab, deren Außendurchmesser als Maßeinheit genommen wurde. Und das, obwohl der bildwichtige Innendurchmesser nur ca. 16,4mm beträgt. Diese missverständliche Maßeinheit wird bis heute weiter verwendet. Eine schöne Marketingtäuschung, wer übertreibt schon nicht gern ein wenig bei der Größe…

Zurück zur Sony-Kamera
Ausgestattet mit einem 3,6-fach-Zoom (28-100mmm) hat die Kamera die erstaunliche Lichtstärke von 1,8 – 4,9. Die Kamera ist klein und sehr leicht. Laut Tests macht sie Fotos von toller Qualität – auch bei schlechten Lichtverhältnissen. Allerdings kann die hohe Lichtstärke auch Nachteile haben. Gerade dann, wenn beste Lichtverhältnisse dafür sorgen, dass jede Billigknipse gute Fotos hinbekommt, kann die Lichtstärke zum Fluch werden. Um die kurzen Belichtungszeiten dann überhaupt noch zu ermöglichen, braucht man schon einen Graufilter vor der Kamera.
Was mich abgeschreckt hat, ist die Dateigröße der erzeugten JPG-Dateien. Die Dateien sind so unerwartet klein, dass ich mich frage, was die dafür nötige Kompression der Daten wohl mit den Fotos anrichtet. Als dann im Internet auch noch gelesen habe, dass kein vernünftiges Handbuch dabei sein soll, war klar, dass es die Sony für mich nicht wird.

Canon Powershot G15
Schauen wir zuerst einmal wieder nach der Sensorgröße. Eingebaut (mit 12 Mio Pixeln) ist ein 1/1,7-Zoll-Sensor. Diesmal also eine Größenangabe mit eingebauter Rechenaufgabe. Wieviel ist denn 1 geteilt durch 1,7?
Na, auf jeden Fall etwas größer als der Sensor meiner guten alten Casio und schon deutlich größer als der sonst üblicherweise verbaute 1/2,3“-Sensor (wenn ich richtig gerechnet habe immerhin 43mm² gegenüber 29mm² Sensorfläche).
Die Canon hat einen 5-fach-Zoom (28-140mm) mit einer Blendenöffnung von 1,8-2,8, also auch tollen Werten. Die Kamera ist größer (und schwerer) als die Sony und liegt gut in der Hand.
Hm, eine gute Kamera, gute Testergebnisse (obwohl die Fokussierung etwas zu lang dauern soll), aber leider ein „no-go“ für mich: Die kamerainterne Bildbearbeitung (Schärfung etc.) soll laut Testberichten nicht beeinflussbar sein, d.h. die Werte können nicht verändert werden.
Und dann ist da auch noch meine schwer zu leugnende Markentreue bzgl. Canon und Nikon…

Nikon Coolpix P7800
Die Dritte im Bunde. Mit einem 7-fach-Zomm (28-200mm, Lichtstärke von 2 – 4) ausgestattet ist sie die größte und schwerste Kamera. Eingebaut ist ebenfalls ein 1/1,7“-Sensor mit 12 Mio Pixeln.
Vielleicht noch einmal zum Vergleich: Diese Sensorfläche entspricht nur 5% der Fläche eines analogen Kleinbildes. Meine digitale Spiegelreflexkamera (Nikon D90) hat einen Sensor mit 28,3 mm Diagonale (= 370mm²) verbaut, dass entspricht immerhin schon 44% der Fläche des Kleinbildformtes.
Die Fokussierung ist manchmal etwas träge und durch den großen Zoombereich gibt es sichtbare Verzeichnungen auf den Bildern. Aber die Kamera liefert eine Topp-Bildqualität, lässt mich sehr viele (Bild-)Funktionen einstellen und ist lichtstark. Die Vorteile des großen Zoombereiches lassen für mich die Nachteile der Verzeichnungen in den Hintergrund treten.
Was die Entscheidung für die Nikon perfekt gemacht hat, ist aber meine eigene Bequemlichkeit: Die Menüeinstellungen. Im Gegensatz zur Sony oder Canon kommen mir die Begriffe und Einstellmöglichkeiten im umfangreichen Menü sehr bekannt vor. Alles ist sehr ähnlich zur großen Schwester D90. Ich gebe aber auch gern zu, dass ich mir damals ein Buch zur Kamera gekauft habe, das mir sehr nützlich war und ist.

Fazit
Es ist also die Nikon geworden, die ersten paar hundert Fotos sind inzwischen geschossen und ich bin sehr zufrieden. Bleibt abzuwarten, ob die Kamera genauso tapfer durchhält wie meine gute alte Casio.